Jahrelang hat Microsoft dem Internet Explorer keine große Beachtung geschenkt – das möchte man jedenfalls glauben, wenn man die Unterstützung des IE’s für (angehende) Webstandards betrachtet. Sowohl CSS3 als auch HTML5 waren auch dem Internet Explorer 8 unbekannt. Da der Internet Explorer recht verbreitet ist, kann man neue Techniken wie CSS3-Transistions oder Web Sockets (HTML 5) höchstens mittels Progressive Enhancement nutzen. Entwickler benötigen wertvolle Zeit, um die Seite dem Internet Explorer anzupassen. Besonders die Anpassung für den IE 6 kostet oft Nerven – aber das muss ich ja keinem erzählen.
Und jetzt scheint es, als könnte Microsoft es gar nicht schnell genug gehen: Die Beta für den Internet Explorer 9 soll offiziellen Angaben zufolge bereits in knapp vier Wochen, also am 15. September, erscheinen. Microsoft verspricht, mit dem Internet Explorer 9 CSS3 und HTML5 zu unterstützen – also Techniken, die andere Browser teilweise schon vor Jahren unterstützt haben. Im Zusammenhang mit der aufwendingen Präsentation der Beta spricht das Unternehmen aus Redmond gar von “Beauty of the Web”. Wird mit dem Internet Explorer 9 nun alles besser?
Besser spät als nie
Warum erst jetzt? Warum war die “Schönheit des Internets” nicht bereits mit dem IE7 oder IE8 zu erleben? Microsoft wird erst mit dem IE9 aus alten Fehlern lernen – aber ganz ehrlich, dem Entwicklerteam blieb auch fast keine andere Wahl. Denn Internetsurfer werden mittlerweile sicher bemerkt haben, dass viele Webseiten mit anderen Browsern einfach besser aussehen. Zudem wurden alle (updatewilligen) Nutzer von Microsoft Windows zu einer Browserwahl aufgefordert. Das sind nur zwei Gründe, warum die Überlegenheit des Internet Explorers in vielen Browserstatistiken langsam aber sicher anfängt zu bröckeln.
Vielleicht hat Microsoft aber auch (unbewusst) einen guten Zeitpunkt für den IE9 erwischt: Google Chrome kommt nur langsam in Fahrt, und die Nutzer des Mozilla Firefox’ ärgern sich über ein zähes Programm und sprechen von “Ressourcenverschwendung”. Wenn Microsoft also alles richtig macht, stehen die Chancen nicht schlecht, auch bei Webdesignern wieder der Browser erster Wahl zu sein – sofern Plugins bzw. Add-Ons unterstützt werden.
Blick in die Zukunft
Den Webdesignern nützt der Internet Explorer 9 erst einmal wenig – die Seite muss ja trotzdem noch für den IE7 und IE8 angepasst werden. Und das wird in den nächsten Jahren auch so bleiben, zumal der Internet Explorer 9 nicht auf Windows XP lauffähig ist. Das, was der IE6 für Entwickler heute ist, wird in ein paar Jahren der IE7 und IE8 übernehmen. Denn diese werden die letzten verbreiteten Browser sein, die CSS3 und HTML5 nicht verstehen.



The Magic of CSS3: Sexy Buttons | SHIFT Website Development Weblog