Im Geschäftswesen haben wir mit vielen Menschen zu tun. Auch unsere (potenziellen) Kunden werden eine Menge Gespräche am Tag führen. Schaffen wir es, unsere Klienten persönlich zu treffen, so sollten wir dafür sorgen einen bleibenden, positiven Eindruck zu hinterlassen. Das ist allerdings gar nicht so einfach – Mit einer Visitenkarte können wir aber nachhelfen.
Professionelle Visitenkarten gibt es seit über 100 Jahren, und mittlerweile fällt es schwer, unter den unzähligen Visitenkarten ein Zeichen zu setzen: Wie oft wurde eine erhaltene Visitenkarte einfach in seine Tasche oder in sein Portemonnaie gesteckt und dann vergessen? Um das zu verhindern, haben findige Designer geniale Lösungen für Visitenkarten entwickelt, die so schnell niemand vergisst.
Dieser Artikel ist der erste Part einer dreiteiligen Reihe “Macht euch einzigartig”:
- Teil 1: Tipps und Beispiele für geniale Visitenkarten (dieser Artikel)
- Teil 2: Eure grafische Identität: Firmenlogos
- Teil 3: Setzt ein Zeichen mit Portfolios: Kostproben und Tipps (folgt)
Sorgt für einen bleibenden Eindruck
Auch Webdesigner sollten immer eine Visitenkarte parat haben – potentielle Kunden müssen sich auf jeden Fall an euch erinnern können. Sorgt für einen bleibenden Eindruck mit einer Visitenkarte, die sich vom Rest abhebt. Hier gilt: Je origineller, desto eher wird sich der Kunde später an euch erinnern. Gerade als (Web)-Designer habt ihr mit einer Visitenkarte die Möglichkeit, eure Kreativität und Außergewöhnlichkeit zu demonstrieren. Ich gebe deshalb hier ein paar Tipps für das Erstellen eurer Vistienkarten.
Wählt eine außergewöhnliche Form
Typische Visitenkarten sind rechteckig. Sie liegen gut in der Hand und passen in jedes Portemonnaie. Macht euch hier einzigartig und drückt eurem nächsten Kunden eine Visitienkarte in die Hand, die sich von der regulären Form abhebt. Seit hier etwas kreativ und wählt die Form eines Dreiecks, eines Kreises oder wählt eine völlig eigene Form, etwa ein Klecks. Wichtig ist, dass die Handhabung und Portabilität gewährleistet werden muss: Erhält der Kunde eine Visitenkarte mit der Größe einer CD, wird er Mühe haben, diese geeignet zu verstauen.
Konzentriert euch auf das Wesentliche
Was für Printwerbung gilt, gilt auch für Visitenkarten: Setzt dem Empfänger der Visitenkarte nicht einer Reizüberflutung aus. Auf die Karte muss kein Roman über eure Tätigkeiten Platz finden. Es reicht die Firmenanschrift mit den normalen Kontaktinformationen. Dazu gehört
- Die offizielle Firmenbezeichnung und -anschrift
- Euer Firmenlogo
- Euer Name
- Telefonnummer (am besten Festnetz)
- E-Mail-Adresse
- Webseite
Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Kunden nicht gerne eine Handynummer anrufen. Mit einem Twitter- oder Facebookaccount können viele Kunden auch nichts anfangen. Der Kunde soll die wichtigsten Informationen sehen – und das auf einen Blick. Ein einprägsamer Slogan kann auf eurer Visitenkarte aber ebenfalls Platz finden.
Fordert den Empfänger zu Interaktivität auf
Wenn ein potentieller Kunde mit eurer Karte “etwas machen” kann, so ist dies ebenfalls förderlich für den Wiedererkennungswert. Ihr könntet eure Karte beispielsweise so gestalten, dass euer Logo heraustrennbar wird, oder aber ihr könnt eure Visitenkarte faltbar machen, so dass eine kleine Skulptur aus der Visitenkarte entstehen kann. Macht es dem Benutzer nicht zu einfach, aber auch nicht zu kompliziert: Ein 30-teiliges Puzzle etwa wird bei vielbeschäftigten Menschen sicherlich nicht gut ankommen.
Ihr könnt auch einen Schieberegler basteln, der bei Betätigung verschiedene Informationen anzeigt.
Verwendet außergewöhnliche Materialien
Visitenkarten aus Pappe oder Papier kennt jeder. Setzt hier ein Zeichen und druckt eure Kontaktinformationen auf andere Materialen: Eine Tapete, Leder, Folie oder sogar ein Taschentuch. Wendet euch hier an eine Druckerei – Profis wissen, wie man auf diese Materialen drucken kann.
Lasst eure persönliche Note einfließen
Versucht, ein Stück eurer Persönlichkeit einfließen zu lassen. Ein einfaches Beispiel wäre, die Visitenkarten per Hand zu unterschreiben. Euer Fingerabdruck oder verkleinerter Fußabdruck kann im Verbindung mit einem pfiffigen Slogan (etwa: “Wir hinterlassen Spuren”) wahre Wunder wirken. Es muss nicht zwingend etwas von euch selber sein: Wenn ihr euch beispielsweise auf Webseiten für Textil- und Bekleidungsfirmen spezialisiert habt, könnt ihr auch einen Knopf an die Karte annähen. Wie gesagt: Je origineller, desto besser!
Beispiele für geniale Visitenkarten
Wenn ihr auch mit dem Gedanken spielt, Visitenkarten drucken zu lassen, solltet ihr die folgenden Beispiele als Inspiration nutzen. Damit eure Visitenkarte nicht im Mülleimer des nächsten potenziellen Kunden landet.
Tamiya
Tamiya ist ein Hersteller für Modellspielzeug aller Art. Hier wurde eine gelungene Assoziation gefunden, indem die Elemente der Visitenkarte herausgeprickt werden können.
Brigada Creativa
Der Stift in der Mitte der Karte sorgt für den Wiedererkennungswert. Er spiegelt die Kreativität des Unternehmens wider. Um die geballte Faust herum stehen Bemerkungen von designrelevante Themen.
kunstrasen
Die Transparenz der Karte sorgt für einen bleibenden Eindruck.
Maxiria
Das Firmenlogo bleibt dank dieser Visitenkarte in bester Erinnerung – nicht zuletzt wegen der Interaktivität, die diese Karte bietet.
Mixtape Generation
Eine super Idee finde ich, es vereint die Visitenkarte mit dem Firmennamen “Mixtape Generation”.
Silver Sixpence
Die Firma “Silver Sixpence” verspricht außergewöhnliche Hochzeiten. Mit dieser Visitenkarte kann man diesem Versprechen schon fast Glauben schenken.
Genix Design

Am schönsten sieht diese Visitenkarte wahrscheinlich nur in der Realität aus – auf dem Foto kann man aber erkennen, wie schön diese holografische Visitenkarte umgesetzt wurde.
Gengavan Second Hand
Auch hier wieder schön zu sehen: Der Firmenname ist Programm. Eine “benutzte” Visitenkarte wurde durchgestrichen und auf der Rückseite wiederverwendet. Diese Visitenkarte bleibt dem Empfänger sicher im Gedächtnis.
TAM Cargo
Warum auch nicht: Die Visitenkarte dieser Frachtgut-Firma hat kann man zu einer Transportbox umbasteln. Klasse Idee!
Sweet Thrills Candy Store / Dr. K. Montague
Hier haben sich zwei Unternehmen auf einer Visitenkarte verewigt: Vorne die Anschrift für ein Süßigkeiten-Laden, die Rückseite führt den Besitzer dann zu einem Zahnarzt. Die Kombination zweier Firmen auf einer Visitenkarte ist sicherlich einzigartig.
Orderin
Die Einkerbung dieser Visitenkarte repräsentiert zum einen einen Teil des Firmenlogos, zum anderen könnte es einen Bißabdruck auf der Karte darstellen. Diese kreative Karte wird der Empfänger sicherlich nicht sofort beiseite legen.
Groundflights
Diese Visitenkarte sieht aus wie ein Flugticket: Die Assoziation ist besonders schön gewählt und sorgt dafür, dass der Empfänger der Visitenkarte die Firma identifizieren schnell wiedererkennt.
Roger Keynes
“Ich überlege gegen eine Vergütung” hat der Visitenkartenbesitzer auf die Vorderseite geschrieben – und setzt damit ein Zeichen. Die Karte sieht aus wie ein Stück Restmüll und macht sich dadurch einzigartig.
Arigatou
Die Herstellung dieser “Visitenkarten” ist nicht ganz billig gewesen: 150 Exemplare dieser laserbeschrifteten Erdnüsse haben ca. 50 US-Dollar gekostet. Dafür sind sie aber wirklich einzigartig.
5th Floor
Das Design dieser Karte ist sicherlich nicht das schönste – das Haptik ist durch das verwendete Material aber herausragend.
















