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Allgemein, Inspiration

Macht euch einzigartig (2): Eure grafische Identität – Firmenlogos

Das Logo eines Unternehmens -auch “Bildmarke” genannt- ist ungemein wichtig. Es dient dazu, dem Betrachter auf den ersten Blick deutlich zu machen, mit welchem Unternehmen man es zu tun hat. Dabei ist bei großen Firmen oft Teil des gesamten Corporate Designs.

Wie sorgt man mit einem Bild für einen hohen Wiedererkennungswert?

Was einfach klingt, ist oft das Ergebniss monatelanger Skizzen, Brainstormings und Recherchen: Die Identität einer Firma in einer kleinen Grafik festzuhalten, ist kein leichtes Unterfangen. Ein Designer muss bei der Entwicklung eines Logos viele Dinge beachten:

  • Die Grafik muss etwas bestimmtes aussagen bzw. für eine Tätigkeit der Firma stehen
  • Durch Einzigartigkeit muss ein hoher Wiedererkennungswert geschaffen sein
  • Das Bild darf nicht zu kompliziert sein
  • Die Grafik muss auch dann zu erkennen sein, wenn sie auf eine kleine Größe heruntergerechnet werden muss
  • Das Logo darf sich nicht mit dem einer anderen Firma ähneln
  • Das Logo muss bei in schwarz/weiss genauso wiedererkennbar sein
  • Die Positionierung der Grafik relativ zum Firmenschriftzug muss überdacht werden

Ein guter Designer beachtet all diese Punkte. Einzelne Punkte zu beachten, ist einfach – alle unter einen Hut zu bringen ist die Kunst.

Dieser Artikel ist der zweite Teil der dreiteiligen Reihe “Macht euch einzigartig”:

Aussagekraft

Wie sähe es aus, wenn eine Ölförderungsfirma ein grünes Bäumchen als Signet hat? Wie wirkt ein Musiklabel für Hard-Rock, das den Schriftzug mit Comic Sans MS realisiert hat? Oder eine Bäckerei, die einen Hammer im Schriftzug hat? Richtig, es ist einfach unpassend oder sogar unfreiwillig komisch. Diese drei Beispiele sind natürlich recht extrem, sollen aber verdeutlichen dass eine Grafik -wenn auch indirekt- etwas mit der Tätigkeit eines Unternehmens gemein haben muss.

Einfache Formen, geringe Details

Ein Logo darf natürlich nicht nur aus einem kleinen Rechteck bestehen – auch dann nicht, wenn sich eine Firma auf rechteckiges Konfetti spezialisiert hat. Andererseits dient ein Foto ebensowenig als Firmenidentität.

Ein Kunde hatte sich damals für viel Geld ein Foto freistellen lassen, dass aus grünem Obst bestand. Als professionelles Firmenlogo kann eine solche Grafik natürlich nicht dienen – oder wie sähe ein Foto eines Computers neben dem Microsoft-Schriftzug aus? Hier gilt die alte Redewendung: Weniger ist mehr. Eure Grafik sollte vektorisierbar sein (was für ein grässliches Wort) – das bedeutet, sie sollte nur aus Vektoren bestehen, so dass es problemlos skalierbar ist. Der Kunde mit dem grünen Obstfoto als Firmenlogo hätte auflösungstechnisch gesehen sicherlich Probleme, die Grafik auf einem 5×5 meter-Banner zu platzieren.

Je mehr Details ein Logo benötigt, desto unlesbarer wird es beim Verkleinern. Das Argument “das Firmenlogo wird hauptsächlich auf großen Flächen eingesetzt” zählt nicht – was ist, wenn der Kunde sich entscheidet, Werbe-Kugelschreiber zu verteilen, auf dem das Logo pranken soll?

Dabei sollte man auch beachten, dass man nicht allzu viel Wert auf Farbspielerein legt: Das Logo muss auf einem Fax (schwarz/weiss) genauso erkennbar sein wie in einer Hochglanzbroschüre.

Einzigartigkeit

Das Logo muss sich von anderen abheben – das ist das A und O einer Bildmarke. Wichtig ist auch hier die Recherche: Wie identfiziert sich der Mitbewerb? Welche Aussagen verbreiten diese Logos? Und das wichtigte: Gibt es meinen Entwurf schon irgendwo? Was passiert, wenn ein Designer die gleiche Idee wie ein anderer hatte, könnt ihr in einem Artikel vom designtagebuch nachlesen.

Arten von Bildmarken

Nicht jede Firma lässt sich mit Schriftzug und Schriftzug identifizieren. Einige Firmenlogos beinhalten den Firmenschriftzug, andere bestehen nur aus einem Logo und andere haben überhaupt kein Logo – in diesem Fall muss das Schriftbild allein für den Wiedererkennungseffekt herhalten.

Dieses Logo von Dr. Oetker ist seit Jahrzehnten nahezu unverändert – und jeder, der schon einmal ein Produkt von Dr. Oetker in der Hand hielt, wird es wiedererkennen. Hier wurde der Firmenname mit dem Logo vereint. Wie groß die Wirkung einer Bildmarke ist, sehen wir an einer kleinen Änderung des Logos:

Auch ohne den blauen Schriftzug in der Mitte wissen wir sofort, um welchen Hersteller es sich handelt. Diese Bildmarke wurde von mir bearbeitet und taucht so nirgendwo auf – es soll nur verdeutlichen, wie leicht es uns fällt, Formen und Konturen in Erinnerung zu behalten – und diese assoziieren.

Der kurvige Haken von Nike (“Swoosh“) alleine reicht schon aus, um dieses Signet mit der Firma Nike zu assoziieren. Auf Kleidungsstücken ist auch oft nur der Swoosh zu sehen. Auch hier gilt: Einfach, aber genial. Die Firma hat dem Designer des Hakens damals übrigens nur 35 US-Dollar gegeben. Wenn man bedenkt, wie bekannt diese einfache Form nun in aller Welt ist, ist das sehr wenig Geld für diese Leistung.

Die grafische Identität von Canon ist sicherlich ein gutes Beispiel dafür, dass eine Bildmarke auch ohne Grafik auskommt. Hier ist der Schriftzug so speziell, dass er auch wiedererkannt wird, wenn einzelne Buchstaben vertauscht wären.

Logotrends

Die drei oben genannten Beispiele sind seit Jahrzehnten nahezu unverändert. Ein kompletter Designwechsel würde den Wiedererkennungswert enorm schaden. Aus diesem Grunde muss das Logo von Anfang an stimmen. Ist eine Firma erst einmal bekannt, fällt es schwer es später komplett neu zu gestalten – kleine Schönheitskorrekturen in nicht allzu kurzen Intervallen sind natürlich vollkommen legitim.

Aus diesem Grund unterscheiden sich “moderne” Logos auch von den älteren: Sie sind oft etwas detailreicher und raffinierter.

Cinestesia Film Group

Dieses Logo bietet nicht zuviel, und nicht zuwenig Information. Es ist doppeldeutig: Die Bildmarke kann ein Teil eines Filmstreifens sein oder aber auch ein paar Köpfe vor einer hellen Leinwand. Einfach genial!

Adaptic

Die Bildmarke ist sehr simpel gehalten – ist aber trotzdem einzigartig. Diese Marke erkennt man sofort wieder.

Symbielle

Reec

Diese Bildmarke wurde für ein Bauunternehmen erstellt. Das Haus ist unverkennbar – außerdem sind die beiden “E”s im Bild enthalten.

Empire Marketing

Dieses Logo demonstriert wunderbar die Assoziation zu “Empire” (zu dt. Imperium oder Reich). Die Pfeile passen super zum Eigentümer des Logos: Eine Marketing-Firma.

Tipps zur Gestaltung eures eigenen Logos

Sorgt mit dem richtigen Logo für die Wiedererkennung eures eigenen Unternehmens. Natürlich ist es empfehlenswert, diesen Job etablierten Designern zu überlassen – aber nicht immer lässt das Startkapital diese Investition zu. Ein gutes Logo liegt preismässig im drei- bis vierstelligen Bereich. Dieser Preis ist bei guten Designern mit Sicherheit berechtigt – sie haben schließlich die Erfahrung mit Bildmarken.

Ihr solltet euch nur ernsthaft an das Projekt wagen, wenn ihr euch wirklich sicher seit, euch mit Designprogrammen wie Adobe InDesign, Adobe Photoshop oder Corel Draw bestens auszukennen. Entwerft euer Logo nicht nach euren Fähigkeiten im Bildbearbeitungsprogramm!

Wenn ihr euch also entschließt, euer Logo selbst zu kreiren, geht nach einem festen Plan vor. Und so könnte er aussehen:

1.: Anforderungen an das Logo sammeln

Für welche Angelegenheiten muss euer Logo herhalten? Auf welchen Materialen findet es hauptsächlich platz? Wie klein darf es werden? Welche Zielgruppe trifft das Logo? All diese Faktoren müsst ihr bei später bei der Erstellung eures Logos beachten – es kann also nicht schaden, sie schon vorher zu sammeln. Besteht die Zielgruppe aus jungen Menschen, so kann man getrost moderne Elemente in euer Logo einfließen lassen. Es klingt oberflächlich, aber zumindest ich habe diese Erfahrung gemacht. Je älter die Menschen sind, die das Logo zu Gesicht bekommen, desto weniger Details benötigt das Logo.

2.: Inspiration

Es gibt viele Logoseiten, die Logos vorstellen. Schaut euch Logovorstellungen von bekannten Webdesign Blogs an und versucht herauszufinden, welche Art von Logos euch am meisten gefällt. Welche Farben sprechen dich an? Welche Form und welcher Detaillierungsgrad wirken interessant auf Dich?

Seit vorsichtig, denkt daran dass das Logo in erster Linie euch gefallen muss. Ihr müsst ein gutes Gefühl bei der Sache haben.

3.: Brainstorming

Schreibt alles auf, was euch zu eurer Tätigkeit einfällt: Welches Bild / welche Form assoziiert ihr mit eurem Tätigkeitsgebiet? Fragt Freunde, Bekannte oder das Onlineforum eures Vertrauens. Welchen Anforderungen muss eure Bildmarke standhalten? Stellt euch zwei, drei Logos und deren Design vor – was beinhalten sie? Was ist das “besondere” an ihnen? Worauf wird Wert gelegt?

Der Brainstorming-Prozess geht oft einher mit der Skizzierung. Warum? Dazu komme ich weiter unten.

4. Skizzierung

Dies ist meines Erachtens nach einer der am meist verkanntesten Punkte, die besonders Neulinge im Logo-Design-Prozess nicht wahrnehmen. Oft wird eine Idee sofort mit InDesign oder anderen Programmen realisiert. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es nichts wichtigeres gibt als erste Ideen aus Punkt 2 und Punkt 3 auf Papier zu bringen. Auf echtem Papier – am besten mit einem spitzen Bleistift. Nehmt euch Zeit für die Skizzierung .

Vorteil: Ihr könnt eure Idee(n) immer und immer wieder skizzieren, könnt leichte Änderungen mit einfließen lassen und mit Schattierungen spielen – sprichwörtlich im Handumdrehen. Oft ergeben sich aus den Skizzen neue Ansätze, mit denen ihr eure Gedanken weiter spielen lassen könnt. Aus diesem Grund verschwimmen oft die Grenzen zwischen diesem Punkt (“Skizzierung”) und Punkt 3 (“Brainstorming”).

Desweiteren habe ich mir angewöhnt, Entwürfe auf kariertem Papier zu entwerfen. Im Handel gibt es Papier, dass nur ein schwaches Karomuster aufweist – es versperrt dann nicht so schnell die Sicht auf eure Entwürfe. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass ein blankes Papier auch seine Vorzüge hat.

Entscheidet euch für zwei der Skizzen – je weniger Skizzen ihr am PC realisiert, desto mehr Zeit steckt ihr in die Realisierung am Computer.

5. Design am Computer

Nun geht’s ans Eingemachte. Bildet euer Logo am Computer nach oder scannt eure Skizzen eventuell ein. Eigentlich selbstverständlich, ich erwähne es aber trotzdem gerne immer wieder: Euer Logo muss mit einem Vektorprogramm erstellt werden. Fangt am besten gar nicht erst mit Photoshop an – dafür bietet Adobe viel geeignetere Produkte.

Wenn die Entwürfe digitalisiert sind, könnt ihr versuchen euer Logo als Negativ zu designen. Will heißen: Stellt euch euer Logo auf schwarzen (oder dunklem) Hintergrund vor. Was muss geändert werden? Nicht immer wird euer Logo auf weißen Papier gedruckt. Im Optimalfall habt ihr euch über diese Sache bereits bei Punkt (1) Gedanken gemacht.

6. Feedback

Ihr habt nun zwei Entwürfe am Computer erstellt. Nur weil es euch gefällt, muss es bei anderne nicht auf Anklang stoßen. Fragt Personen aus eurer Zielgruppe. Wenn euer Logo auf Artikeln  für Frauen funkeln soll, dann fragt Frauen aus eurem Bekanntenkreis nach einer Meinung. Wenn euer Logo auf einer Webseite stehen soll, dann fragt Menschen die viele Webseiten täglich zu Gesicht bekommen.

Wichtig: Verlangt eine ehrliche Meinung. Je enger die Beziehung zu dem Befragten, desto weniger Negativkritik wird er auch vom Stapel lassen. Im Internet findet man zudem  viele Ressourcen, sein Logo hochzuladen und ggf. bewerten zu lassen.

(7. Richtlinien für die Verwendung erstellen)

Dieser Punkt dient eher der Vervollständigung und sollte nur beachtet werden, wenn ihr euch auf professioneller Ebene bewegt. Für euren Angelhaken-Shop mit 400 Visits monatlich ist dieser Schritt sicherlich nicht notwendig.

Im professionellem Bereich ist es wichtig, die “Benutzer” der Bildmarke (etwa Werbeagenturen, Druckereien, Webdesigner etc..) darüber zu informieren, wie das Logo positionieren ist, welche Logoelement-Kombinationen möglich sind und welche Farben gewählt sind – damit das Logo immer den gleichen Effekt erzielt und nicht durch eine andere Anordnung oder ähnliches nicht mehr mit der Firma identifizierbar ist.

Auf Smashing Magazine gab es vor einigen Monaten dazu einen recht guten (englischsprachigen) Artikel mit weiteren Gründen und Beispielen für Logodesign-Richtlinen: Designing Style Guidelines For Brands And Websites.

Fazit

Ich habe versucht, zu vermitteln warum ein Logo ein wichtiger Teil eines Unternehmens ist und wodurch es sich auszeichnet. Ich habe klassische und moderne Logos vorgestellt und gab Tipps, falls ihr im Begriff seit, euer eigenes Logo zu kreiren. Daran sollten sich aber nur Designer wagen, die etwas Erfahrung mit Bildmarken haben und sich bestens mit dem Vektorprogramm ihrer Wahl auskennen.

Habe ich was vergessen? Gibt es Kritik? Kennt ihr noch interessante Logos? Kommentare sind hier natürlich immer erwünscht.

 

Kommentare

Auf dieses Thema gibt es 5 Reaktionen

  1. Dennis

    Sehr schöner Artikel, danke. Aber ist dieser Satz wirklich so gemeint?
    “Je älter die Menschen sind, die das Logo zu Gesicht bekommen, desto schnörkelloser muss das Logo sein.”

    Ist es nicht eher umgekehrt?

    • Mit “schnörkellos” meine ich Effekte und Details. Ist vielleicht falsch geschrieben, werde es ändern.

      Tatsächlich habe ich festgestellt, dass ältere Kunden tatsächlich nur wenig von den “modernen” Logos halten, wie ich sie unter “Logotrends” beispielhaft aufgeführt habe.

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